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Insights · Werbetechnik · Innenraum & Leitsysteme

Leitsystem im Gebäude planen

Von Stefan EngelAktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

Ein gutes Leitsystem fällt kaum auf, weil Besucher ihr Ziel einfach finden. Mit diesen acht Tipps planen Sie Beschilderung in Gebäuden, die genau das leistet.

  1. Wege aus Sicht der Besucher gehen

    Gehen Sie das Gebäude ab wie jemand, der zum ersten Mal kommt: vom Parkplatz oder Eingang bis zu jedem wichtigen Ziel.

    Notieren Sie, wo man unsicher wird, wo Wege sich teilen und wo man suchen muss. Diese Stellen sind die Grundlage für die Planung, nicht der Grundriss allein.

  2. Schilder an Entscheidungspunkten

    Schilder gehören dorthin, wo jemand eine Entscheidung treffen muss: an Eingänge, Kreuzungen, Treppen und Aufzüge.

    Ein Schild an jeder Tür hilft weniger als ein klarer Hinweis an der richtigen Kreuzung. Zwischen zwei Entscheidungspunkten genügt oft eine Bestätigung, dass man noch richtig ist.

  3. Eine klare Hierarchie

    Ein Leitsystem hat mehrere Ebenen: Übersicht am Eingang, Wegweiser unterwegs, Kennzeichnung am Ziel.

    Jede Ebene hat eine eigene Größe und Gestaltung, aber dieselbe Sprache. So weiß man auch ohne Lesen, ob man auf eine Übersicht, einen Wegweiser oder ein Türschild schaut.

  4. Einheitliche Begriffe

    Ein Raum heißt überall gleich, auf dem Übersichtsplan, am Wegweiser und an der Tür.

    Wechselnde Bezeichnungen wie „Empfang“, „Rezeption“ und „Anmeldung“ für denselben Ort verunsichern. Legen Sie eine Liste der Begriffe fest und verwenden Sie sie konsequent, auch auf der Website und in Einladungen.

  5. Lesbarkeit und Kontrast

    Schilder müssen im Gehen und aus der Entfernung lesbar sein.

    Verwenden Sie eine klare Schrift, ausreichende Größe und starken Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund sowie zwischen Schild und Wand. Spiegelnde Oberflächen sind unter Deckenlicht oft schwer lesbar.

  6. Barrierefreiheit einplanen

    Ein Leitsystem soll für alle funktionieren, auch für Menschen mit Seh- oder Gehbehinderung.

    Dazu gehören gut erreichbare Montagehöhen, starke Kontraste, ertastbare Schrift an Türschildern und ausgeschilderte barrierefreie Wege zu Aufzügen und Rampen. Für öffentlich zugängliche Gebäude gibt es dazu verbindliche Normen.

  7. Erweiterbar bauen

    Räume werden umgenutzt, Abteilungen ziehen um, Mieter wechseln.

    Wählen Sie ein System, bei dem sich einzelne Schilder oder Einleger einfach austauschen lassen. Dann bleibt das Leitsystem aktuell, ohne dass es ganz erneuert werden muss.

  8. Zum Erscheinungsbild passen

    Das Leitsystem ist Teil Ihres Auftritts und prägt den Eindruck von Besuchern.

    Farben, Schrift und Materialien sollten zum Corporate Design und zur Architektur passen. Gleichzeitig hat die Lesbarkeit Vorrang vor der Gestaltung: Eine Markenfarbe mit zu wenig Kontrast eignet sich besser als Akzent als für Schrift.