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Insights · Print · Verpackung

Druckdaten für Verpackungen anlegen

Von Stefan EngelAktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

Verpackungen werden gedruckt, gestanzt, gerillt und geklebt. Das stellt eigene Anforderungen an die Druckdaten. Diese acht Tipps helfen, Faltschachteln und Etiketten ohne Rückfragen in Produktion zu geben.

  1. Endformat und Beschnitt anlegen

    Legen Sie das Dokument im Endformat an und ziehen Sie alles, was bis an den Rand reicht, rundum 3 mm darüber hinaus.

    Beim Schneiden verschiebt sich der Bogen um Bruchteile eines Millimeters. Ohne diese Zugabe, den Beschnitt, entstehen weiße Kanten. Ein Flyer in DIN A4 (210 × 297 mm) wird deshalb mit 216 × 303 mm ausgegeben. Manche Produkte wie Planen oder Aufkleber brauchen mehr; die genaue Zugabe steht im Datenblatt Ihrer Druckerei.

  2. Wichtige Inhalte vom Rand fernhalten

    Texte, Logos und Seitenzahlen bleiben mindestens 3 bis 5 mm innerhalb des Endformats.

    So bleibt auch bei kleinen Abweichungen im Schnitt nichts angeschnitten. Bei gehefteten Broschüren und Büchern braucht der Bund, also die Seite zur Bindung hin, zusätzlich Platz. Eine Hilfslinie für diesen sicheren Bereich erspart das Nachmessen.

  3. Farben in CMYK anlegen

    Gedruckt wird mit vier Farben: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Bildschirme zeigen Farben dagegen aus Licht (RGB).

    Viele leuchtende RGB-Töne lassen sich im Druck nicht erreichen und wirken auf Papier matter. Wandeln Sie Bilder und Farbflächen deshalb früh in CMYK um, mit dem Farbprofil, das Ihre Druckerei vorgibt. Dann sehen Sie die Abweichung schon am Bildschirm. Sollen Markenfarben exakt stimmen, fragen Sie nach Sonderfarben wie Pantone.

  4. Schwarz richtig einsetzen

    Kleine Texte stehen in reinem Schwarz (0/0/0/100), große schwarze Flächen in einem satteren Mischschwarz.

    Kleiner Text aus mehreren Farben wird unscharf, wenn die Farben minimal versetzt drucken. Große Flächen aus reinem Schwarz wirken dagegen grau. Welche Mischung für Flächen passt, nennt Ihre Druckerei. Wird ein Dokument aus RGB umgewandelt, wird auch schwarzer Text oft zu Mischschwarz. Prüfen Sie das vor dem Export.

  5. Bilder in ausreichender Auflösung

    Fotos brauchen in der Größe, in der sie gedruckt werden, rund 300 ppi.

    Ein Bild aus dem Internet hat häufig nur 72 ppi und wird im Druck pixelig. Entscheidend ist die Auflösung in Endgröße: Wird ein Bild im Layout vergrößert, sinkt sie. Großformate wie Banner oder Plakate, die man aus einigen Metern sieht, kommen mit deutlich weniger aus.

  6. Schriften einbetten

    Alle verwendeten Schriften müssen in der Druckdatei enthalten sein.

    Fehlt eine Schrift, ersetzt das System sie durch eine andere, und Zeilen verrutschen. Beim Export als druckfähiges PDF werden Schriften eingebettet. Ob das geklappt hat, sehen Sie im PDF unter Dokumenteigenschaften → Schriften.

  7. Mehrseitige Dokumente als Einzelseiten anlegen

    Broschüren und Kataloge liefern Sie als Einzelseiten in der richtigen Reihenfolge, nicht als Doppelseiten.

    Das Zusammenstellen der Seiten für den Druckbogen übernimmt die Druckerei. Bei gehefteten Broschüren muss die Seitenzahl durch vier teilbar sein, also 8, 12 oder 16 Seiten, Umschlag mitgezählt.

  8. Als PDF/X exportieren

    Für den Druck gibt es einen eigenen PDF-Standard: PDF/X, häufig PDF/X-4.

    Er legt fest, dass Schriften eingebettet, Farben eindeutig definiert und Beschnittangaben enthalten sind. InDesign, Illustrator, Affinity und andere Layoutprogramme bieten ihn als Exportvorgabe an. Aktivieren Sie im Exportdialog zusätzlich „Beschnittzugabe des Dokuments verwenden“.

  9. Die fertige Datei prüfen

    Öffnen Sie das PDF vor dem Versand und kontrollieren Sie es Seite für Seite in voller Größe.

    Achten Sie auf Tippfehler, angeschnittene Inhalte, fehlende Bilder und die Seitenreihenfolge. In Adobe Acrobat zeigt die Ausgabevorschau, ob Farben wirklich in CMYK angelegt sind. Bei größeren Auflagen lohnt ein Probedruck, bevor die ganze Auflage läuft.